Donnerstag, 24. Juni 2010

was vom Leben übrig bleibt

Ein Stofftier, das die letzten Jahre der einzige Gefährte in der Einsamkeit war und auf dem Bett Wache hielt, das die alte Dame schon lange nicht mehr verlassen hat.

Zwei gerahmte Fotografien, eine davon aus jungen Jahren.







Eine Handvoll Modeschmuck, den niemand mehr trägt.

Ein kleiner Ordner mit Zeitungsausschnitten aus einem Leben am Theater.

Und ein Bündel Kleider.







Niemand, der die Sachen haben möchte, niemand, der damit noch etwas anfangen kann.
Stofftier, Fotos, Modeketten - alles entsorgt in einem blauen Plastiksack. Die Kleider werden noch folgen. Nichts mehr übrig. Niemand der fragt. Niemand, den der Weggang der alten Dame interessiert.






Stunden später ist es, als ob es die alte Dame nie gegeben hätte. Doch hat sie Spuren hinterlassen, in meinem Herzen und in meinen Erinnerungen und in den Herzen und Erinnerungen derjenigen, die sie bis zum Ende gepflegt haben.






Ich werde nicht mal wissen wo ich sie finden kann, denn es wird kein Grab im üblichen Sinne geben.
Nichts bleibt übrig.
Nur leise Traurigkeit in meinem Herzen.




Im Gedenken an B. T.

Samstag, 19. Juni 2010

Freiluftzimmer

Auf unserem Grundstück befindet sich eine langgezogene alte Holzscheune, die in 4 Bereiche unterteilt ist. Den mittleren und größten Bereich haben wir geöffnet und zu unserem neuen Scheunen-Freiluftzimmer umgestaltet. Mit diesem zusätzlichen Sitzplatz hat sich wieder ein Traum für mich erfüllt. Ich freue mich so sehr über dieses neue Zimmer, so daß ich euch heute mal ein paar Fotos davon zeigen möchte.



im Scheunenzimmer haben wir über die ganze Rückwand ein Bord angebracht, auf dem 3 große Spiegel stehen, die den Garten wiederspiegeln



die beiden aufgehängten Eisenlaternen sind mit Kerzen bestückt



und die beiden Glyzinien sollen mal das neue Gartenzimmer mit duftenden lila Blütentrauben einrahmen



das ist der Blick von drinnen nach draußen



Spiegeldetail



eine der Eisenlaternen und die große auf 5 Meter ausfahrbare Markise. So eine Markise ist schon toll, mir ist allerdings die Farbe ein Dorn im Auge. Wir hatten einen viel blasseren und zurückhaltenderen Farbton bestellt und geliefert wurde dieses Teil, das aussieht wie von einer italienische Eisdiele, grrr. Zurückgeben ging nicht, weil das Monster auf Maß gearbeitet ist. Ich werde mich wohl an dieses grelle Dingens gewöhnen müssen.



ich überlege, in den beiden Balkenecken schmiedeeiserne Ornamente einsetzen zu lassen, bin aber nicht sicher, ob das dann nicht zuviel des Guten ist



ein Teil der Deko - hier haben auch meine beiden türkisfarbenen Blumentöpfe aus Ascona vom letzten Jahr ihren Platz gefunden, nun mit Efeu bepflanzt






die Möbel, das sind 6 Stühle und ein großer runder Tisch aus schlammfarbenem wetterbeständigem speziellem Material in Rattanoptik




dekoriert mit beigefarbigen Rosendruckkissen



um einen zimmerartigen Eindruck zu vermitteln, habe ich die Wände auch etwas dekoriert, zum einen mit diesem alten Holzschränkchen, das ich vor vielen Jahren mal bei einem Antiquitätenhändler mitgenommen habe





und diesem neuen Shabby-Schränkchen, das ich kürzlich im hiesigen Blumenlädchen entdeckt habe. Es ist aus federleichtem gekalktem Holz und hat mich sofort angelacht



und mein rosa Flohmarkt-Porzellan macht sich wirklich gut darin



eingerahmt wird das Schränkchen von zwei kleinen einfachen Tellerregalen



die ich größtenteils mit Flohmarktfunden in blau bestückt habe. Auch die alte Tortenplatte aus meinem letzten Flohmarktpost, die ich hier sozusagen als Bild aufgehängt habe, paßt gut dazu.



Ein bißchen ändern wird sich die Deko allerdings noch, weil ich meine Sammelleidenschaft für antikes blautürkises Preßglas (wie z. B. die Sodaflasche und die kleine Schale) entdeckt habe und noch ein paar Teilchen dazu suche.




Ich bin total verliebt in unser Freiluftzimmer und möchte mich ganz lieb und von ganzem Herzen bei meinen Schwiegereltern und meinem Mann bedanken. Die beiden Männer haben in ziemlicher Schufterei die Scheunenfront entfernt, den Boden ausgehoben (sonst wäre die Decke zu niedrig gewesen), die Wände geweißt, das Bord angebracht und den Kies auf dem Boden verteilt. Und mich damit sehr glücklich gemacht!

Was ich jetzt vergessen habe zu fotografieren, ist die Platte, auf der der Tisch steht. Die Platte ist eine ganz besondere, es handelt sich nämlich um die superschwere Tischplatte meines Designer-Einzelstücks, die die beiden unter Aufbietung aller Kräfte geschleppt haben. Es ist eine sehr dicke Betonplatte, mit eingelassenen Bruchsteinen und Zahnrädchen, die vergoldet sind. Der Tisch war mal sehr teuer gewesen, ist aber durch die massive Platte auch dermaßen schwer, so daß wir ihn in unserem Haus gar nicht hätten stellen können, weil sich sonst unser Holzdielenboden durchgebogen hätte. Ich liebte den Tisch und mir blutete das Herz bei dem Gedanken keine Verwendung mehr dafür zu haben. Jetzt wurde wenigstens die schöne Platte wieder einem Zweck zugeführt und der Rattantisch steht darauf sicher und gerade und vor allem auch dekorativ. Vielleicht schaffe ich es morgen ein Foto davon nachzuladen.
Mein Mann alberte mal, ich kaufe meine Möbel nur nach Größe und Gewicht und spielte damit auf meinen großen schwarzen Thronsessel, den schweren Tisch und meinen wuchtigen Jugendstilsekretär an. Letzterer ist übrigens nun auch fast fertig geworden und davon gibts auch bald Fotos.
Morgen haben wir so einiges vor: Ich habe seit langem mal wieder mit meinem Mann zusammen einen Tag frei, den wir nutzen wollen um einen Flohmarkt und ein historisches Städtchen in Frankreich zu besuchen. Drückt uns die Daumen, daß es nicht in Strömen regnen wird.

Einen wunderbaren Sontag wünscht euch,
Tanja

Donnerstag, 17. Juni 2010

Traumgärten - Rosenträume

Wie ich schon in meinem letzten Post geschrieben habe, durfte ich diese Woche zwei wunderschöne Gärten betreten und bestaunen. Beide Gärten befinden sich unserem hübschen kleinen Städtchen und liegen direkt nebeneinander und ich habe sie nur durch Zufall entdeckt.
Entzückt blieb ich stehen, um diese ganze Blütenpracht zu bewundern und wurde zunächst mißtrauisch vom Hausherrn beäugt. Als ich dann erklärte, daß ich die Gärten traumhaft finde und wir auch gerade einen Garten anlegen, wurde ich sehr freundlich eingeladen den Garten zu betreten.



Die nächsten Bilder sind aus dem Garten, der vor zwei Jahren schon einmal in der Zeitschrift "Mein schöner Garten" abgebildet war. Die Blütenpracht ist unglaublich, das Ganze sehr gepflegt und die Farben passen wundervoll zueinander.








Nun folgen Bilder aus dem zweiten Garten, der etwas urwüchsiger gestaltet aber nicht weniger schön ist.




Ein allerliebstes Gartenhäuschen, wunderbar eingerahmt von der Rose Raubritter und verschiedenen Ritterspornsorten.






Rosen und Rittersporn - einfach eine schöne Kombination




das ist wieder aus dem ersten Garten - da stehen riesige Rankgerüste für die Rosen, die dann - wenn sie die Höhe erreicht haben - eine einzigartige Rosenlaube bilden




und wieder aus dem 2. Garten: ein wunderschön geschwungener schmaler Gartenweg aus Granitkleinpflaster, gesäumt von einem Mixed Border




Beide Gärten werden nicht durch einen Zaun getrennt sondern durch ein schmales schön bepflanztes Beet




hier nochmal das riesige Rankgerüst für die Rosen




der wunderschöne alte Steintrog wurde vor der Entsorgung bewahrt und als kleine Vogeltränke im Garten eingelassen




nachfolgend ein paar Fotos der Rosenschönheiten







dieses Bild habe ich vor einem anderen Haus in unserem Städtchen aufgenommen; es paßt so schön dazu




und zum Schluß ein paar Fotos von einem wirklich grandiosen Rosenstrauch, dessen wunderschöne Blüten lauter verschiedene Rosatöne zeigen. Leider ist der Name dieser tollen Rose nicht bekannt.






Die Fotos können kaum die wahre Schönheit dieser beiden Gärten wiedergeben. Ich fand es so nett, eingeladen zu werden die beiden Gärten zu betreten und zu fotografieren und noch dazu wurde ich mit einem ganzen Eimer Ableger beschenkt.
In fast jedem Garten in unserem Städtchen finden sich traumhafte Rosen, die hier aufgrund des mediterranen Klimas auch besonders groß werden. Ich bräuchte einen mehr als doppelt so großen Garten, um meine Rosenfavoriten zu versammeln.

Ich hoffe, die Bilder lassen euch das anhaltende Regenwetter draußen ein bißchen vergessen und schicke ganz liebe Grüße,

Tanja