Donnerstag, 24. Juni 2010

was vom Leben übrig bleibt

Ein Stofftier, das die letzten Jahre der einzige Gefährte in der Einsamkeit war und auf dem Bett Wache hielt, das die alte Dame schon lange nicht mehr verlassen hat.

Zwei gerahmte Fotografien, eine davon aus jungen Jahren.







Eine Handvoll Modeschmuck, den niemand mehr trägt.

Ein kleiner Ordner mit Zeitungsausschnitten aus einem Leben am Theater.

Und ein Bündel Kleider.







Niemand, der die Sachen haben möchte, niemand, der damit noch etwas anfangen kann.
Stofftier, Fotos, Modeketten - alles entsorgt in einem blauen Plastiksack. Die Kleider werden noch folgen. Nichts mehr übrig. Niemand der fragt. Niemand, den der Weggang der alten Dame interessiert.






Stunden später ist es, als ob es die alte Dame nie gegeben hätte. Doch hat sie Spuren hinterlassen, in meinem Herzen und in meinen Erinnerungen und in den Herzen und Erinnerungen derjenigen, die sie bis zum Ende gepflegt haben.






Ich werde nicht mal wissen wo ich sie finden kann, denn es wird kein Grab im üblichen Sinne geben.
Nichts bleibt übrig.
Nur leise Traurigkeit in meinem Herzen.




Im Gedenken an B. T.

Kommentare:

  1. Trauriges Schicksal - darf man gar nicht dran denken. Aber - alles Irdische ist vergänglich - und hat die alte Dame ja doch Spuren hinterlassen bei Dir und vielleicht doch auch noch bei jemand anders wovon man nichts weiss ... und das ist das Eigentliche, was bleibt.

    Herzlicher Gruß
    Sara

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  2. Ja, das ist wirklich traurig- und ein Zeichen unserer Gesellschaft, leider. Aber das wichtigste sind doch die Abdrücke, die wir in den Herzen anderer Menschen hinterlassen. Wenn die vorhanden sind, dann ist es gut. Noch wichtiger finde ich aber, dass die alte Dame ein Leben führen durfte, das sie befriedigt und ausgefüllt hat- und wenn sie am Theater war, wie du schreibst, dann war das wohl so. Und dann hat sie mit ihrer Tätigkeit sicherlich auch vielen Menschen Freude und entspannte Stunden bereitet, was sich dann bestimmt auch wieder auf das Befinden von ihr selber ausgewirkt hat. So gesehen war das wohl alles richtig. Und wenn sie dich als Pflegerin gehabt hat, dann hast du ihr, da bin ich mir sicher, auch vieles gegeben.....
    Ganz liebe Grüsse,
    die Hummel

    PS: Du hast total stimmungsvolle Bilder für deinen Post geschossen, ich mag Friedhöfe ja eigentlich sehr- solange ich nicht liebe, sehr nahestehende Menschen dort besuchen muss.....

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  3. ... aber gut, daß sie dich hatte.
    Es ist sehr traurig ... aber leider wohl nicht mehr selten.
    Du wirst sie ganz sicher im Herzen behalten.
    Bea

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  4. So hat sie aber doch noch einen ganz lieben Nachruf gehabt. Wer weiß, ob sie das nicht doch noch irgendwie wahrnimmt und zufrieden lächeln wird.
    Wenn ich mich mit solchen Themen beschäftige, kommt es mir oft in den Sinn: Was wird von unserem Leben einmal übrig bleiben? Was werden unsere (noch nicht vorhandenen) Enkel und Urenkel von uns erinnern. Was wird man über uns erzählen? Es werden höchstens ein paar winzige Puzzleteilchen die Zeiten überstehen, wenn überhaupt. Wie unbedeutend einem angesichts dessen plötzlich die täglichen Sorgen und Querelen erscheinen. Vielleicht sollte man sich das ab und an bewusst machen, damit man seine guten Zeiten auch ausnutzt und bewusst lebt. Nach einem guten Leben kann es einem eigentlich egal sein, was danach bleibt. Ein bisschen Erinnerung hinterlässt jeder Mensch in den Herzen seiner Mitmenschen.
    Liebe Grüße, Johanna

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  5. Liebe Tanja,

    auch ich stelle mir manchmal die Frage, was bleiben wird, aber es ist nicht wichtig, ob jemand an Dich denkt, wenn Du nicht mehr da wärst, oder was von Deinem Leben übrigbleibt, es ist nur wichtig, dass jemand an Dich denkt, solange Du da bist ! Darum ist doch eigentlich wichtiger wie man gelebt hat.

    Sie hat sicher gespürt, dass Du mit ihr verbunden warst und Dein Nachruf ist eine tiefe Spur, die sie hinterlassen hat und es geht ihr nun gut.

    Nachdenkliche Grüße
    Eve

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  6. Gott schütze Dich für Deine wundervolle Art zu sehen und zu lieben, Tanja!

    Schicken wir der Dame einen Engel, der sie abholt in den Himmel, wo hoffentlich alte Seelen auf sie warten, die ihr im Leben von Bedeutung waren...

    Liebe Grüße von Ines!

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  7. Liebe Tanja, wie traurig ist das denn. Du schreibst mir aus dem Herzen und während ich das las kamen mir auch wieder die Tränen.
    Ich denke oft darüber nach wie schrecklich es ist wenn ein Mensch stirbt, und alle Dinge an denen er gehangen hat werden entsorgt. Weil sie keinen materiellen Wert haben. Niemand macht sich die Mühe darüber nachzudenken dass diese Dinge einem Menschen einmal viel bedeutet haben. Das er diese Dinge gehet und gepflegt hat. Und nun weg.
    Ich weiß schon wir können nicht alles aufheben. Aber traurig ist es schon.
    Ganz liebe Grüße
    Beate

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  8. Ach Schätzchen, die anderen haben es schon vor mir gesagt - sie hat ja DOCH Spuren hinterlassen... Du hast sehr bewegend über die alte Dame geschrieben und wunderschöne Aufnahmen beigefügt. (Was mich interessieren würde: Wieso wird es kein Grab im üblichen Sinne geben? Einen wirklichen Unterschied macht das aber ohnehin nicht... denn du findest sie nicht in einem Grab - wie schon Saint-Exupery sagte: Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen...)
    Alles Liebe und ich drück dich, Traude

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  9. Ja, das ist echt traurig... und wie viele solch einsame alten Menschen gibt es heute davon!! Einfach weg und ausgelöscht... schon sehr, sehr merkwürdig, wenn man darüber nachdenkt...
    Viele Grüße von Ann

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  10. Darling Rosenresli, please, please put a translator in your blog, I`m not able to read you and don`t know what you are talking about!!! Are you going to post the new enamelware you added to your collection?? Hope so!!!
    cariños,
    maria cecilia

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  11. Liebe Tanja,
    ich kann deine Traurigkeit verstehen - diese leise Wehmut beschleicht mich auch immer wieder - die Welt hat sehr kalte Zeiten - und auch viele Menschen scheinen ohne Gefühl zu sein - umso schöner, wenn Menschen wie du für andere da sind und sie nicht vergessen - sei lieb gegrüßt - Ruth

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  12. Oh, da bekomme ich Gänsehaut, das hört sich traurig an. Schön, dass Du der alten Dame mit diesem Beitrag ein Denkmal setzt.

    Liebe Grüße von PillePalle

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  13. Liebe Tanja,
    Deine Geschichte berührt mich sehr...
    es war so gut, dass die alte Dame Dich hatte...
    und Du bewahrst sie in Deinem Herzen...

    herzlichst Traudi

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  14. Liebe Tanja,
    das von Dir auf meinem Blog gewunderte rosafarbene Porzellan habe ich genau solch einer "armen Seele" zu verdanken. Sie wurde fast 100 Jahre alt und bis auf ein paar Wertgegenstände kam alles in einen Müllcontainer. Leider kannte ich die Dame nicht, trotzdem werde ich immer an sie denken, wenn ich mich an ihrem wunderbaren Porzellan erfreue.

    Nachdenkliche Grüße schickt Dir
    Karin

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